Terroranschlag in Hanau: Der Aluhut glüht

Bei einem Terroranschlag in Hanau sind am 19. Februar 2020 zehn Menschen erschossen und viele weitere verletzt worden. Nach seiner Bluttat tötete der Attentäter sich selbst, die Polizei fand ihn am nächsten Morgen leblos in seiner Wohnung. Videos und Dokumente, die er zuvor auf seiner Homepage veröffentlichte, werfen eine rassistische Grundhaltung, kombiniert mit wirren Verschwörungstheorien, auf. 

Tobias R. behauptete in seinen Videos beispielsweise, die USA stünden unter der Kontrolle von dunklen Geheimgesellschaften, die unsere Gedanken kontrollieren. In unterirdischen Bunkern würden von der „Elite“ satanische Rituale abgehalten und Kinder misshandelt. Und man müsse endlich aufstehen und kämpfen…

Ein erschreckendes Beispiel dafür, dass Verschwörungstheoretiker nicht immer die lustigen Spinner sind, die sich drollige Aluhüte aufsetzen und dumme Kommentare in sozialen Netzwerken verfassen, sondern auch zu blutigen Gewalttaten neigen.

Natürlich wittern viele verblendete Realitätsverweigerer auch hinter diesem Terroranschlag eine Verschwörung. So wird – wie gefühlt bei jedem Terroranschlag – fast einstimmig von einer Inszenierung gesprochen: das Ganze sei angeblich eine Ablenkung oder eine sog. False-Flag-Aktion, um Menschen mit ähnlichen Ansichten wie Tobias R. zu kriminalisieren. Und so fühlen sich dann auch viele Menschen persönlich angesprochen, da Tobias R. quasi „einer von ihnen“ war, der lediglich die Wahrheit gesagt hat…

Nachfolgend eine exemplarische Auswahl von unfassbaren Facebook-Kommentaren zum Anschlag in Hanau:

Das Thema verdrehen und sich selbst als Opfer darstellen – das können diese Leute besonders gut… ?

Und zu guter Letzt noch ein besonders bedenklicher Kommentar (der bereits an die Polizei weitergeleitet wurde):

6 Antworten auf „Terroranschlag in Hanau: Der Aluhut glüht“

    1. Keine Toleranz gegenüber Schwachköpfen, die so einen hirnverbrannten Unsinn verbreiten!
      Wer auf so jemanden trifft oder ihn gar kennt, muss ihm unmissverständlich klar machen, dass er zutiefst wirr im Kopf ist und sein Schwachsinn von kognitiv nicht retardierten Mitmenschen absolut nicht toleriert wird; dass er diesen gottverfluchten Denk-Kot entweder sofort zurücknimmt oder sich schon mal auf eine psychiatrische Klinik freuen darf.
      Keine Toleranz bei rechten Schwachköpfen!

  1. Diese Ekelmenschen ?

    Irgendwie gut, dass die Psychosekte™ noch gesperrt ist. Sonst hätten wir uns vermutlich auch durch diesen Ekelkosmos durchgequält … (Sperre, weil wir ein ruffes Stencil hochgeladen hatten, auf dem Hitler sich die Birne wegknallt und unten steht: „Follow your Leader“. >> 7 Tage Zwangsurlaub. Funfact: Gemeldet wurden wir von besorgten Personen auf Grund von Suizidgefahr (!). kein Scheiß …)

    Grüße!

  2. Zum Thema Toleranz gegenüber solcher Gestalten, kann und möchte ich nur Karl Popper zitieren:

    Toleranz Parodoxon

    „Damit möchte ich nicht sagen, dass wir z.B. intolerante Philosophien auf jeden Fall gewaltsam unterdrücken sollten; solange wir ihnen durch rationale Argumente beikommen können und solange wir sie durch die öffentliche Meinung in Schranken halten können, wäre ihre Unterdrückung sicher höchst unvernünftig. Aber wir sollten für uns das Recht in Anspruch nehmen, sie, wenn nötig, mit Gewalt zu unterdrücken, denn es kann sich leicht herausstellen, dass ihre Vertreter nicht bereit sind, mit uns auf der Ebene rationaler Diskussion zusammenzutreffen, und beginnen, das Argumentieren als solches zu verwerfen; sie können ihren Anhängern verbieten, auf rationale Argumente – die sie ein Täuschungsmanöver nennen – zu hören, und sie werden ihnen vielleicht den Rat geben, Argumente mit Fäusten und Pistolen zu beantworten.

    Wir sollten daher im Namen der Toleranz das Recht für uns in Anspruch nehmen, die Unduldsamen nicht zu dulden. Wir sollten geltend machen, dass sich jede Bewegung, die die Intoleranz predigt, außerhalb des Gesetzes stellt, und wir sollten eine Aufforderung zur Intoleranz und Verfolgung als ebenso verbrecherisch behandeln wie eine Aufforderung zum Mord, zum Raub oder zur Wiedereinführung des Sklavenhandels“ (Popper, 1992: 333).

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